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Leichtere bayerische Kost

Rita Falk: Winterkartoffelknödel

Von Susan Müller

 

Franz, ein Polizist aus Niederkaufkirchen, hat einen Todesfall zu untersuchen. Es ist ein merkwürdiger Fall, noch dazu, da so etwas hier kaum vorkommt. Einer der Neuhofer-Brüder wird von einem Container erschlagen, der fällt wie von Zauberhand aus der Verankerung, ausgerechnet als dieser drunter steht. Aber nach Franz´ Schlussfolgerungen sterben die Neuhofers alle nicht auf herkömmliche Art. Der Vater stirbt an einem Stromschlag, während er etwas an der Elektrik repariert. Seine Frau, die als etwas durcheinander gilt, erhängt sich mitten in der Nacht im Wald. Bestimmte Ungereimtheiten treten zugegebenermaßen auf, und nach dem drittem Tod von vier Neuhofers, verdächtigt Franz nun doch den Hans Neuhofer, aus Habgier seine Familie getötet zu haben.

Bis auch der verunglückt, natürlich auch spektakulär. Er fährt mit seinem Roller über eine Hundeleine, die sich wie eine Stolperfalle über die Landstraße spannt. Sie bringt den Roller zu Boden und mit ihm Hans, der diesen Sturz nicht überlebt. Ausgerechnet Franz´ Angebetete Mercedes hat diese Falle mit ihrem Hund erzeugt und ruft Franz zu Hilfe.

Die zwischenmenschlichen Kabbeleien, die mit Bruder, Oma und Vater in Franz' Leben bestehen, sind auf humoristische Weise dargestellt, aber keinesfalls lebensunecht. Dann gibt es da noch Susi, die im Rathaus arbeitet, mit der sich gut schmusen lässt, wie Franz aus eigener Erfahrung weiß. Doch auch Mercedes (Franz nennt sie Ferrari, wegen ihres Top-Aussehens) ist eine scharfe Braut, die ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Sie ist allerdings die Person, die den Ansatz für seine Ermittlungen bietet. Der Architekt für den Sonnleitnerhof, den Mercedes als ihr Erbe bezeichnet, ist Klaus, und wie sich herausstellt, machen die beiden gemeinsame Sache. Franz´ Kumpel Rudi ermittelt die Standortverlagerung einer Immobilienfirma nach Mallorca, die beiden Freunde machen dort Urlaub - und siehe da, auf wen treffen sie wohl dort? Auf Klaus und Mercedes. Der Aufklärung unendlich nahe, löst Franz´ mit Hilfe von Rudis Fotografien den Fall.

Es ist ein Krimi der leichteren Art, man muss aus meiner Sicht auch die ersten Seiten „überstehen“, um dann mit Freude der Aufklärung zu folgen und Spaß an Franz´ Leben rund um den Polizeidienst zu haben. Leichtere bayerische Kost, die zwischen Krimi und comicähnlicher Literatur  hin- und herswitcht.

 

Rita Falk:

Winterkartoffelknödel

dtv 2010

240 Seiten, 12,90 Euro

ISBN 978-3423248105

 

Hoch

 

 

Gute Crime-Lektüre

Ulrike Rylance: Villa des Schweigens

Von Susan Müller

 

Endlich eigene Wege gehen, davon träumt Nina schon lang. Sie möchte aus ihrem Landleben heraus und in die Großstadt. Leider ohne ihre beste Freundin, denn die muss in den Ferien nun mal ihren Eltern in der Gastwirtschaft helfen, aber Nina wird in einer Anwaltskanzlei arbeiten, möchte sie schließlich in diese Richtung studieren.

Nur ist das mit dem Zimmer nicht so einfach, bei der Tante ist es zwecks zweier Kinder anstrengend und in der WG ist „Zickenalarm“. Da kommt die Villa gerade recht und es ist ein Zimmer frei. Die Statue, der in ihr Reich Schatten wirft und fast bedrohlich da oben hockt, wird von Nina mit ungutem Gefühl beäugt, aber da schimpft sie sich selbst eine überspannte Person. Sie wird ihn ertragen. Mit ihr wohnen Julius als Mieter der Villa, Sebastian, dessen Freundin Laura sehr oft zu Besuch ist. Benjamin, der schon eher gewöhnungsbedürftige Collagen erstellt und Claire, die auf kumpelhaft macht, aber auch ihre zickigen Momente hat.

Woher kommen aber die Blumen und die Schokolade auf Ninas Bett? Wer schreibt ihr Gedichte und kann immer wieder ungesehen in ihr Zimmer? Wieso ist ihre Tür zur Veranda nicht immer geschlossen? Und vor allem wer hat ihr Cola ins Bett geschüttet und Ameisen darauf verteilt? Das ist nun wirklich nicht mehr witzig und zehrt an Ninas Nervenkostüm. Hat Julius etwas damit zu tun? Er ist manchmal schwer zu durchschauen oder Benjamin, der hinter seiner ruhigen Art sicher was zu verbergen hat. Wer stalkt  sie? Aber Panikmache ist auch nicht ihr Ding, aufgeben und heimfahren? Kurz überlegt und doch wieder verworfen.

Bis Laura gefunden wird, mitten auf dem Flur und tot. Zu Tode erschrocken gibt einer dem anderen die Schuld. Vor allem Julius gerät in Verdacht, da er drogenabhängig war und in Lauras Blut eine solche Substanz gefunden wurde. Oder war der Streit zwischen Sebastian und Laura gar Grund für einen Selbstmord dieser? War Benjamin mehr als nur ein Freund, denn er hat sie in einer schweren Stunde getröstet und war er eifersüchtig? Dieser Verdacht verhärtet sich nicht, denn wie herauskommt, ist Benjamin nicht an Frauen interessiert.

Nur Claire gerät wenig in Verdacht, bis zu dem Tag, als sie Nina in ihr Zimmer zu einem Gespräch bittet. Nina nimmt nach anfänglichem Zögern an und hofft, nun auch zu erfahren, was mit ihrer Vormieterin passierte. Ist ja doch alles sehr mysteriös und der Schock von Lauras Tod, der kein Selbstmord war, sitzt tief.

Was sie nicht ahnt, sie ist Claires nächstes Opfer, denn diese ist in Sebastian verliebt und akzeptiert nicht, dass sie für ihn eine kurze Romanze war. Als ihr bewusst wird, dass nicht mehr Laura die Gefahr ist, sondern Sebastian sich in Nina verliebt hat, wird diese das Ziel ihrer Ungeheuerlichkeiten. Doch Nina hat Glück im Unglück, sie wird gerettet, doch die Villa wird nun endgültig geschlossen, denn das die Statue das Gleichgewicht verloren hat, war wirklich ein baulicher Fehler.

Hinreißend aufregend und durch verschiedene mutmaßliche Täter mit den unterschiedlichsten Motiven immer zum Zerreißen spannend, bringt Rylance das älteste Motiv der Welt, Eifersucht auch der Jugend nahe, denn vor der ist man wohl in keinem Alter gefeit. Anschaulich und mit den lebensnahen und -echten Situationen verbunden, ist es eine gute crime-lektüre.

 

Ulrike Rylance:

Villa des Schweigens

dtv 2010

240 Seiten, 6,95 Euro

ISBN 978-3423782494

 

Hoch

 

 

Entdecken Sie die Shetland-Inseln: Jimmy Perez vierter Fall

Ann Cleeves: „Sturmwarnung – Jimmy Perez ermittelt zuhause“

Von Iris Kersten

 

Die Shetland-Inseln: Fair Isle im November. Die Insel ist fest in der Hand von Vogelbeobachtern, die mit Feldstechern über die Insel streifen, um seltene Exemplare zu entdecken. Die berühmte und arrogante Vogelkundlerin Angela und ihr Mann Maurice sind die Leiter der Vogelwarte. Hier bieten sie den Touristen eine Unterkunft mit Verpflegung. Für das leibliche Wohl sorgt die Köchin Jane. Außerdem gibt es noch einen kleinen Laden, ein Postamt und einige wenige Häuser.

In diese Einsamkeit bringt der Polizist Jimmy Perez seine Verlobte Fran, um sie seinen Eltern vorzustellen. Schon bei ihrer Ankunft steht fest, dass sie nicht so schnell wieder von der Insel fort können, weder sie noch all die anderen Inselbewohner und Touristen: Flug- und Schiffsverkehr sind einstweilen aufgrund eines Sturmes eingestellt. Die Atmosphäre ist gespannt. Nichtsdestotrotz feiern alle auf der Insel Anwesenden in der Warte die von Jimmys Mutter organisierte Verlobungsfeier.

Am nächsten Morgen wird Angela mit einem Messer im Rücken und mit Vogelfedern im Haar aufgefunden. Der anhaltende Sturm macht es Perez unmöglich, Verstärkung zu holen. Folglich muss er allein ermitteln. Fran und Jane versuchen Jimmy zu unterstützen, wo sie nur können. Davon überzeugt, das Geheimnis eher lüften zu können als der Polizist selbst, entwickelt Jane sich zur Amateurdetektivin. Da wird auch sie ermordet aufgefunden.

Dank Anne Cleeves hervorragender Landschaftsbeschreibung fühlt sich der Leser ganz in die Atmosphäre der Shetland-Insel versetzt. Überzeugend stellt die Autorin darüber hinaus die Welt der Ornithologen dar: eine Welt mit der für einen Außenstehenden kaum vorstellbaren Faszination für Vögel, der Arbeit, die dahinter steckt, und dem Konkurrenzkampf, der dadurch entstehen kann.

Aber nicht nur Perez findet, dass seine Ermittlungen schleppend vorangehen, auch der Leser wird sich auf der ersten Hälfte durch langatmige Befragungen und eine vor sich hin dümpelnde Handlung durchkämpfen müssen. Nach dem zweiten Mord, in der Mitte des Krimis, wird es interessanter, und es kommt auch endlich Spannung auf.

Sprachlich ist der Roman einfach und schlicht gehalten, so dass er sich flüssig lesen lässt (wie man es eben von einem Standardkrimi erwartet). Leider greift die Autorin dabei auf belanglose und abgedroschene Dialoge zurück wie zum Beispiel „Du bist doch Polizist, oder? […] Es hat einen Mord gegeben.“ oder „Erzählen sie mir noch einmal ganz genau, was passiert ist, nachdem ich fort war.“

Die Personen erhalten ihren eigenen, ganz komplexen, Charakter, sogar mit Vorgeschichten, die meist durch innere Monologe beschrieben werden. Für die Handlung sind diese Reflexionen ohne psychologischen Tiefgang jedoch belanglos und daher eigentlich überflüssig. Auch Frans und Jimmys Beziehung wird papierfüllend dargestellt: Herzzerreißend, wie sie doch so verständnis- und rücksichtsvoll miteinander umgehen – Rosamunde Pilcher lässt grüßen.

Dennoch überrascht Ann Cleves mit einem unerwarteten (aber in Anbetracht möglicher Folgekrimis auch einem unabwendbaren) Ende, gefolgt von einer vierseitigen Zusammenfassung aller Details (Perez' Bericht an die Staatsanwältin) für die, die vor dem Einschlafen oder unter Alkoholeinfluss lesen und daher nicht alles mitbekommen oder vielleicht einfach für diejenigen, die an Gedächtnisverlust leiden oder den Roman quer gelesen haben.

 

Ann Cleeves: „Sturmwarnung – Jimmy Perez ermittelt zuhause“

Wunderlich Verlag 2010

416 Seiten, 19,95 Euro

ISBN-13: 978-3805208802

 

Hoch

 

 

Kleiner Ausflug in die griechische Mythologie

Tomke Schriever: „Der Totenschiffer“ Ein Ostfriesland-Krimi

Von Iris Kersten

 

Es ist schon erstaunlich, wie all diese Krimis nach dem gleichen Muster gestrickt beziehungsweise geschrieben sind. Der Mörder? Wie immer und überall: die Person, die am allerwenigsten verdächtig ist. Und selbst mit diesem Wissen bin ich Tomke Schriever auf den Leim gegangen, bin  ihren versteckten Hinweisen gefolgt, um am Ende wie vom Donner gerührt fest stellen zu müssen: Natürlich. Nur er konnte es gewesen sein. Nicht wegen der Logik, sondern einfach weil niemand auf die Idee kommen würde, ihn mit den Morden in Zusammenhang zu bringen. Auch ich nicht...

Nach „Und dann war Stille“ ist dies der zweite Ostfriesland-Krimi von Tomke Schriever, in dem Hannah Tergarten, Psychotherapeutin und (nach der Begegnung im ersten Roman nun) Freundin des ermittelnden Polizisten Enno, der Leeraner Polizei mit Rat und Tat zur Hilfe steht.

Ostfriesland. November, Dezember, Januar. Raues Wetter – raue Morde, gekonnt in Szene gesetzt vor einem mythologischen Hintergrund griechischer Sagen: Der Psychotherapeut Tassilo Kramer wird ermordet  auf einem ostfriesischen Fährschiff gefunden. Ein Hammer und ein toter Hund weisen auf den Totenschiffer Charon hin, der laut der griechischen Mythologie für einen Obulus  (eine Münze) seine Toten über den Fluss Styx in das Reich des Totengottes Hades brachte. Kurze Zeit später wird die auf grausame Weise getötete Lehrerin Sonia Behrens, die Klausuren über den griechischen Fährmann schreiben ließ, mit einer Münze im Mund (wohl Charons Fährlohn) gefunden.

Hat Sonias alkoholabhängige und obdachlose Schwester Mareike etwas mit den Morden zu tun oder Volkan Demirel, ein Schüler Sonias, der bei einer Arbeit über den Totenschiffer schlecht abgeschnitten hatte. Oder könnte es Frederik Handschmidt gewesen sein, ein Stalker, der sich an die Psychologin Hannah Tergarten herangemacht hat?

Nach dem dritten Toten, als Ikarus in einem Boot in Pose gesetzt und mit einer Münze im Mund ebenfalls ein Passagier Charons, kommen Zweifel an den ursprünglich Verdächtigen auf.

Hannah Tergarten unterstützt die Polizei bei ihren Ermittlungen und erforscht dabei nicht nur die Psyche der Verdächtigen.

Tomke Schriever (übrigens ein Pseudonym der Autorin Helga Glaesener, die bekannt ist durch ihre historischen Romane) gestaltet einen sprachlich schnörkellosen Krimi mit vielen authentischen Dialogen und inneren Monologen. Ihre Beschreibungen des herbstlich-winterlichen Ostfrieslands lassen atmosphärische Landschaftsbilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Eine gekonnt aufgebaute Handlung mit etlichen Hinweisen und (falschen) Fährten (die das Gehirn fiebernd den Mörder suchen lassen), gut ausgearbeitete Nebenhandlungen und hervorragend konstruierte Personen mit hieb- und stichfesten Charakteren und ein spannender Plot (ein bisschen Kitsch gibt es auch) machen dieses Buch zu einem Lesevergnügen. Mein Fazit: Gute Unterhaltung für Zwischendurch.

 

Tomke Schriever:

„Der Totenschiffer“ Ein Ostfriesland-Krimi

352 Seiten, 8,95 Euro

Rowohlt Taschenbuch Verlag 2010

ISBN: 978-3499253799

 

Hoch

 

 

Lemberger oder Trollinger? Spätzle mit Zwiebelsoße oder Rippchen mit Kraut?

Max Kallenberg: „Das letzte Viertele - ein Wein-Krimi"

Von Iris Kersten

 

Die arbeitslose Germanistin Katharina wird aus ihrer Wahlheimat Hamburg mit einem Notruf von ihrer Schwester Janina wieder zurück ins Schwabenland geholt. Janina ist im achten Monat schwanger (Ist ihr Mann wirklich der Vater des Kindes?) und braucht Hilfe in ihrem „Schwabenlädle“. Kaum ist Katarina zurück in der Heimat, muss Janina einen angefahrenen Mann ohne Papiere identifizieren: ein Winzer aus dem Dorf. Gott sei Dank erholt er sich wieder, aber leider nicht für lange, dann wird er nämlich ermordet in seinem Gärkeller aufgefunden. Katharina, die sich in ihren schwulen Vermieter Burkhard verliebt hat, bekommt es mit der Angst zu tun, als sie von einem schwarzen Geländewagen verfolgt wird. Aber sie stellt die Ermittlungen nicht ein. Es kommt zu einem (eigentlich dem zweiten) Einbruch in ihrem „Schwabenlädle“ und dann wird auch noch der Chefönologe ermordet. Mit der Unterstützung von Burkhard und ihrer Schwester forscht Katharina weiter. Wird sie mit Hilfe der Polizei und den schlauen Tipps eines kurdischen Taxifahrers das Rätsel lösen können?

Wein-Krimi. Ein Krimi zum Weinen? Naja, ganz so schlimm ist es nicht:

Der Schwabe und Weinkenner Max Kellenberg versteht es wirklich, den Leser in seinem Debut-Weinkrimi ins Schwabenland mit seinem Cannstatter Wasen und all den Genüssen wie Spätzle mit Zwiebelsoße oder Rippchen mit Kraut zu versetzten. Seiner Liebe zum Wein folgend liefert der Autor auch hervorragende Weinbeschreibungen (man kann ihn förmlich schmecken) und lässt seine Ausführungen über den Weinbau gekonnt in die eigentliche Geschichte einfließen, aber hier kommt der Schwachpunkt: die eigentliche Story schwankt sehr zwischen Schnulze à la Rosamunde Pilcher und dem eigentlichen Kriminalroman. Es gibt zwar tatsächlich Leute, die ums Leben kommen und nett ist auch die Idee, eine arbeitslose Germanistin und ihre Schwester recherchieren zu lassen, aber es fehlt dem ganzen einfach an Spannung. Immerhin errät man nicht auf Anhieb (sondern erst in der Mitte), wer der Täter ist, aber schon ganz zu Anfang ist klar, wer zum Schluss mit wem ins Bett geht und es gibt auch einfach zu viele offensichtliche Zufälle.

Durchzogen mit literarischen Zitaten und ein paar durchaus witzigen Vergleichen wie zum Beispiel „Ihr Schreibsound riecht wie das Mieder meiner Urgroßmutter nach einem Spaziergang am Wörthersee...“ ist der Krimi dennoch sprachlich so einfach gestaltet, dass man ihn gut quer lesen kann. Vor allen Dingen bekommt man Lust, zu essen und zu trinken. Prost – Mahlzeit!

 

Max Kallenberg: „Das letzte Viertele“

Rowohlt Taschenbuch Verlag 2010

224 S., 8,95 Euro

ISBN 978-3499252884

 

Hoch

 

     
 

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ISSN: 2191-527X