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das politische kulturmagazin
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Zu der Rezension: Von Melanie Grundmann Rubrik "leitartikel"
Kleine Replik zur Rezension von „Die Debatte über ‚Human Enhancement’. Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen Von Andreas Woyke
Über HE wird in sehr unterschiedlicher Weise diskutiert und auch die Bezüge auf wissenschaftlich-technologische Entwicklungen sind sehr divergent. Eine Festlegung auf „radikale Veränderungen“ und einen technologischen Determinismus – wie von Fr. Grundmann nahe gelegt – sind transhumanistische Ideologie und haben mit einer differenzierten und sachhaltigen Auseinandersetzung nichts zu tun! Auch die Behandlung von Parkinson-Patienten mit Hirn-Implantaten ist durchaus ambivalent zu betrachten, wie Helmut Dubiel eindringlich in seinem Buch „Tief im Hirn“ (München 2008) deutlich macht. „Reaktionär“ ist im Übrigen ein (antiquierter) politischer Kampfbegriff, den man in einer um seriöse Auseinandersetzung bemühten Rezension nicht verwenden sollte! Eine differenzierte Diskussion des modernen Transhumanismus ist dezidiert nicht Gegenstand des Bandes, womit sich viele der diesbezüglichen Vorwürfe erledigen. Die gegebene Charakterisierung anhand prominenter Vertreter wie Bostrom ist allerdings nicht irgendwie beliebig, sondern im Einklang mit den zentralen Auffassungen der gesamten Strömung. Die Rede von einer „Untauglichkeit für gesamtgesellschaftliche Debatten“ wird im Kontext der Einführung explizit belegt und begründet, damit soll aber nicht der Eindruck erweckt werden, dass irgendeine Art von „Redeverbot“ verhängt werden soll. Das Problem besteht ja eher darin, dass die Transhumanisten eine Agenda verfolgen, die andere Positionen mit einem „Redeverbot“ zu belegen versucht! Die Typisierung von vier Standpunkten im Diskurs über HE wird explizit als „idealtypisch“ charakterisiert, bei allen Typen wird aber auch auf jew. „Vertreter“ verwiesen. Die Positionen unter den Autorinnen und Autoren des Sammelbandes sind sicher sehr heterogen und beziehen sich in Anteilen auf alle vier Typen, das Hauptinteresse bei den meisten Beiträgen ist aber auch eher historisch. Dass der aktuelle Transhumanismus in keinem der Beiträge „in den Himmel gelobt wird“, liegt einfach daran, dass er bei einer Konfrontation mit differenzierten historischen, philosophischen und literarischen Kontextualisierungen schlicht wenig Substanz hat! Die behauptete Militanz von Naturwissenschaftlern u. a. gegenüber religiösen, lebensweltlichen usw. Weltbildern ist ein Faktum und bedarf im Kontext keiner vertieften Belege, im Übrigen wird im Text auf einschlägige Richtungen (Brights, Giordano-Bruno-Stiftung) verwiesen. Anhand von Dawkins, Dennett, Kanitscheider und anderen Autoren könnte man vertiefte Belege liefern, darum geht es im Zusammenhang aber nicht! Dass die biologische Evolution eine Art von Fortsetzung in einer „technologischen Evolution“ findet, wie es von der Rezensentin als selbstverständlich hingestellt wird, ist nur eine Behauptung, die einer differenzierten Begriffsbestimmung und einer Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Zusammenhängen nicht Stand hält. Die Forderung nach einer Einbettung des Menschen in natürliche und andere Zusammenhänge ist allerdings sicherlich Ausdruck einer Wertung, die man auch ablehnen kann. Völlig unverständlich ist der Vorwurf, dass ein Beitrag aus religiös gebundener Perspektive „die latent reaktionär-kritische Tendenz des Bandes“ belegt. HE ist auch nicht einfach auf „theoretische Erörterungen“ beschränkt, es gibt vielfältige Forschung zu einer Fülle verschiedener Bereiche (wer wie Fr. Grundmann Aubrey de Grey übersetzt hat, sollte das eigentlich wissen!). Die Einlassungen der Rezensentin mit religiösen Überzeugungen bleiben an der Oberfläche und bedienen nur Klischees.
Dr. Andreas Woyke ist Mit-Herausgeber von "Die Debatte über »Human Enhancement«. Historische, philosophische und ethische Aspekte der technologischen Verbesserung des Menschen".
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ISSN: 2191-527X |
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